Donnerstag, 6. Oktober 2011

Die 7 Söhne des Himmels Blume

...oder wie ich mir ein Stück China in den Garten holte. Schönklingender Name nicht? Ein Buchtitel? Ein Film? Daneben. Die 7 Söhne sind ein Strauch. Und der steht bei mir im Garten. Sehr trocken und sehr sonnig. Und er fällt mir immer im Spätherbst auf, wenn alle anderen Blumen und Sträucher langsam ihr Winternickerchen vorbereiten, blüht der Heptacodium miconioides.
Im Jahre 1877 hat der Engländer William Hancock, der in chinesischen Diensten stand, Pflanzenteile davon gesammelt. Diese wurden in das Herbarium der Royal Botanic Gardens Kew, England verbracht und lagen dort bis 1952, bis sie zur Kenntnis genommen und eingestuft wurden.
Im Herbst 1980 unternahmen nordamerikanische und chinesische Botaniker eine Sammelreise in China. Im Botanischen Garten Hangzhou trafen sie einen Strauch an, das bisher nur aus Pflanzenteilen bekannte Heptacodium. Auf Samen dieses Strauches, der einem natürlichen Vorkommen in der Provinz Zhejiang entstammt, gehen alle inzwischen in vielen botanischen Gärten kultivierten Pflanzen zurück. In ihrer Heimat ist diese Pflanzenart sehr selten und nur an wenigen Standorten anzutreffen. Sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Chinas und der Mongolei.
Dieser Strauch gehört auch heute noch in Deutschland zu den botanischen Raritäten. Er ist laubabwerfend, wird in seiner Heimat bis zu 6 Meter hoch und ist frosthart bis ca. -26°C. Bei mir maß er schon über 2 Meter.
Seine Besonderheit ist, dass er vom Spätsommer (August) bis in den Spätherbst hinein (November) kleine, weiße Blüten produziert, die wirklich angenehm und intensiv duften. Sie stehen zu siebt zusammen, deswegen der wohlklingende Name.

Er soll eine Bienenweide sein. Leider und obwohl unser Artland langsam von vielen müden und erholungssuchenden Stadttouris entdeckt wird, wird hier in Unmengen der Maismonokultur gefröhnt. Wir versuchen hier auf unserem Gelände "Zur Darlage" dagegen zu wirken, indem wir viele Stauden, Sträucher und Bäume anpflanzen, die von Insekten verlangt werden. Ein uns bekannter Bio-Imker aus Badbergen mahnte schon an, daß er weit mit seinen Bienen fahren muß, um sie glücklich zu machen. Einen anderen interessanten Artikel fand ich hier.

Die 7 Söhne sollten in sonnige oder halbschattige Lage gepflanzt werden und verträgt auch karge Böden. Diese sollte möglichst wasserdurchlässig sein. Er verträgt auch Trockenheit und salzige Luft und kann somit auch in Küstennähe gepflanzt werden.
Die letzten Tage habe ich den Strauch knallhart zurückgeschnitten. Warum? Nun, er verkahlt unten. Die langen überhängenden Triebe mit den schweren Blütenständen sahen für mich recht spärlich aus. Was machen mit den schönen Blüten? Ich habe eine Vase damit gefüllt, einen Manila-Anhänger mit dem chinesischen Schriftzeichen für "Himmel" versehen und ihn zentriert auf den Tisch plaziert. Die Zweige haben eine starke und kraftvolle Ausstrahlung. Ein Hauch von Feng Shui : Die Geister der Luft und des Wassers erfreuen sich sicherlich daran. Wer gerne das Zeichen nachkaligraphieren möchte, dann empfehle ich diesen link besonders!
 
Mein Aufruf: Bitte vergeßt die Bienen nicht! Pflanzt Bienenweiden und spritzt Eure Rosen nicht!

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